Jürgen Milski wollten den Kakerlaken-Cocktail nicht trinken. Er wollte die stinkende Insektengrütze nicht genießen, weigerte sich, den Becher hinterzustürzen. Allerdings mit der Begründung, das wäre würdelos. Und er hätte es anderen versprochen, dass er so etwas nicht machen würde. Tja. Das war sein Todesurteil. Niemand rief mehr an für den alten würdelosen Sack.
Was fällt uns eigentlich alles ein zu den Stochworten „Jürgen“ und „würdelos“? An Onkel Jürgen denken wir damit nicht, wir meinen schon diesen hier, den Jürgen Milski. Also: Bekannt würde der Knilch mit der 1. Staffel von Big Brother im Deutschen Fernsehen, einer würdelosen Fernsehshow, die eine handvoll eingefrechter, fremder Menschen bei ihrer Gruppendynamik begafft und dabei abgeht. Jürgen konnte nicht gewinnen, genau wie hier. Der Meister hatte aber Blut geleckt und wollte unbedingt im Fernsehen bleiben. Wird ja auch gut bezahlt.
Jürgen begann singen und verdient auch dabei. Ging aber in Richtung Ballermann, natürlich. Ballermann – würdelos. Der STERN nannte ihn den „erfolgreichsten Partysänger Deutschlands“. Irgendwie machte er dann dies und das, was eigentlich niemanden interessiert, taucht aber irgendwann in diesen Call-in-Shows auf und half Spielsüchtige billig abzuzocken. Von März 2005 bis Mai 2011 moderierte er beim Quiz-Sender „9Live“ die würdelosen „Call-in-Gewinnspiele“. Dann tauchte er wieder in den Big-Brother-Shows auf, die ja wegen ihrer Würdelosigkeit in der Kritik stehen. Und jetzt sieht man ihn – oder täusche ich mich – hin und wieder in den Shopping-Kanälen, wo er den Leuten würdelos irgendwelchen Müll aufquatscht.
Und jetzt sitzt er im australischen Dschungel mit seinen Teamkollegen in einem Bobbycar und verweigert die Kakerlakensuppe aus Würdegründen. Unfassbar eigentlich. Wir sehen ihn zurecht nie wieder.
