Die Freiwaldsche Schlürfatmung, Rolfe, das Unglückstier und unsere Schabenfreude

Das Dschungelcamp am Schimpfwörtersee Tag 3. Also ich habe Walter Gollum so verstanden: Harry Wijnvoord ist der Herr der Ringe und er, Walter, war nur immer sein Assistent, aber das stimmt nicht. Harry hatte Angst, dass Gollum Freiwald nach oben kommt – was ich nachvollziehen kann – und hat ihn deshalb, äh, irgendwie unterdrückt. Fotografen bestochen, dass die Gollum Freiwild nicht fotografieren sollen und so. Und das nur, damit Harry im Besitz der Macht bleibt, während Gollum sich zu einem hässlichen, buckligen, alten Zwerg entwickelt, der große Samstagabend-Shows essen will. Habe ich das richtig verstanden?

Walter Freiwild besetzt das Dschungeltelefon. Dort führt er ein R-Gespräch. Was heißt sprechen: lästern, es lästert nur er. „Er redet einfach gerne mit der Kamera, das findet er toll.“ Zusammengefasst jammert er, Harry integriert gegen ihn, schmiert selbst Fotografen, ihn, den Choleriker Walter Freiwald, nicht zu fotografieren. Offenbar hat Walter einen Dachschaden. Doch lest selbst.

„Dann steht über mich in der Presse: … wurde an der Seite von Harry Wijnvoord bekannt. So kann man das nicht schreiben. Da stimmt nichts, von vorne bis hinten. Der hat ja hier im Camp nur rumgelegen und nichts gemacht. Er hat das ausgesessen. Dass der Wijnvoord Angst hat, ist ja klar. Deshalb will er mir einen Maulkorb schenken. Hat Angst dass ich darüber Rede, was da intern abgelaufen ist. Mache ich nicht.“

„Das war ziemlich verkrampft mit ihm zu arbeiten. Der ist ja immer auf das kleine Personal losgegangen. Er hat immer versucht, mir die Wurst vom Brot zu nehmen. Er muss mich grundtief hassen. Er hat immer Angst davor gehabt, dass ich hoch komme. Jetzt reitet er auf der Welle mit, dass ich in den Dschungel gehe. Damals hat mich keiner gefragt, als er sich im Dschungel ins Bett gelegt hat. Vorher war ich für die BILD nicht interessant, jetzt ja. Oder er hat einen Deal mit der BILD-Zeitung. Oder kennt er da jemanden? Ich gehe sogar so weit, dass der Harry irgendwelche Leute schmiert. Was der da für Geschäfte gemacht hat, weiß ich nicht. Aber irgendwas stimmt da nicht. Das ist genauso wie dieser Fotograf, der jetzt schon 20 Jahre dabei ist, den kannte ich schon zu Der Preis ist heiß-Zeiten und der taucht jetzt hier plötzlich wieder auf und fotografiert mich nicht! Das kann ich in dieser Situation ja nun gar nicht gebrauchen, dass mich ein Fotograf boykottiert. Armleuchter! Ich muss mich aber zügeln, ich darf da nicht drauf eingehen. Das ist dieselbe Kiste, wie Harry behauptet, ich sei Choleriker. Ich muss halt aufpassen, was ich sage. Deshalb sage ich das auch nur hier in diesem Raum.“

Tanja behauptet, Freud zu lesen. Walter indes setzt das in die Tat und hält sich mit Theorie nicht lange auf. Das Stichwort liefert Sara, die auch für uns Zuschauer sprechen könnte: „Das fickt meinen Kopf hier alles.“ Walter hat uns schon zuvor von seinem heimlichen Talent in Kenntnis gesetzt: „Ich bin auch psychologisch geschult. Das hier keiner durchdreht und so. Natürlich kann ich das auch.“ Er therapiert die arme Sara mit der „Freiwaldschen Schlürfatmung“. Durch „Backenaufblasen und Pupsgeräusch-Simulationen“ kann er Menschen beruhigen. Nur sich selbst nicht.

Daraufhin hat sich Rolfe, „das Unglückstier“, seine Brille hinten reingesteckt, damit er das Elend nicht mehr sehen muss. Nachteil: Ohne seine Brille erkennt ihn keiner mehr. Er sieht nichts und die Leute sehen ihn nicht. „Keiner weiß, wer er ist“. Fluch oder Segen?

Er sieht ncihts, keiner sieht ihn: Rolfe ohne BrilleRolfe schrottete seine Brille: Nun sieht er nichts mehr und keiner weiß, wer er ist

„Ja“, meint Oliver Kalkhofe auf Facebook, „so ein Rolfe ohne Augenfenster ist wie eine Tanja ohne Hashtag, ein Aurelio ohne Arschgeweih oder ein Walter ohne Jammern!“

Was ich gut fand an Rolfe war, als er sich zu Gollum an den Schimpfwörtersee setzte und ihn … kritisierte. Das mochte der natürlich gar nicht, aber es war richtig von Rolfe, diesen Irren mal ein wenig einzunorden. Walter ist zwar sehr unterhaltsam, aber er ist „eine geballte Krankheit“. Sara ist offenbar die einzige, die seinen „Sarkasmus“ mag, aber sonst findet nur einer Walter witzig: Er sich selbst. Dieser fossile Low-Performer, dieser Nichtstunfisch hat „zwei Seiten: die cholerische, sarkastische, abwertende und die negative.“

Anschließend bekam Sara – die Schmuckdesignerin, DJane und Lets Dance – den größten Cocktail, den RTL je serviert hat. Mit Kakerlaken und Mehlwürmern versteht sich. Nicht geschüttelt, aber gerührt. Schabenfreude hießd er Spaß, der die unreife junge Mutter wieder aufbaute. Endlich traute sie sich was und bestand eine Prüfung. Sofort zerfiel sie in Euphorie, als wäre sie von Harry Wijnvoord bestochen. Ihr versteinertes Depri-Gesicht war auch nicht mehr zu ertragen.

Alle haben es gut mit ihr gemeint. Dr. Bob baute sie auf, Sonja und Daniel taten, was sie konnten und selbst Gollum mit seiner Schlürfatmung hatte nur eins im Sinn: Diese bittere Mädchenfresse, die so sehr unangenehm an Larissa und Sarah Knappig erinnert, aufzuhellen.

Die Erkenntnis des Tages stammt von Walter Freiwild: „Das ist doch das Spiel – sich anzupissen.“

Sara im Dschungel-Cocktail dreht durch!

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